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EMDR & Logotherapie in Wien: Traumaverarbeitung mit Sinnperspektive

EMDR ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode der Traumatherapie. In meiner Praxis verbinde ich EMDR mit Logotherapie nach Viktor Frankl – für Menschen, die nach belastenden Erfahrungen nicht nur heilen, sondern wieder gestalten wollen.

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Manche Erfahrungen sind vorbei und wirken trotzdem weiter. Sie zeigen sich als innere Unruhe, plötzliche Angst, starke Körperreaktionen, Albträume oder als Gefühl, ständig „auf der Hut“ zu sein. Wenn Erinnerungen im Nervensystem wie festhängen, kann EMDR helfen, wieder mehr Ruhe und inneren Spielraum zu gewinnen.

Was ist EMDR?

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Es ist ein strukturiertes psychotherapeutisches Verfahren, das besonders bei Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und anderen Traumafolgen eingesetzt wird. Ziel ist nicht „Vergessen“, sondern Verarbeitung, sodass das Erlebte seine überwältigende Kraft verliert.

Wenn Sie sich grundsätzlich über den Rahmen informieren möchten, finden Sie hier Details zu Therapie & Ablauf sowie zu häufigen organisatorischen Fragen in den FAQs.

Für wen ist EMDR besonders geeignet?

EMDR kann helfen, wenn belastende Erfahrungen Ihren Alltag spürbar beeinträchtigen. In meiner Praxis arbeite ich besonders mit diesen Zielgruppen:

Berufliche Traumatisierung & Burnout

Für Ärzte und Pflegekräfte:

  • Belastende Situationen auf Intensivstation oder in der Notaufnahme
  • Moralische Verletzung (Moral Injury) – wenn Sie gegen Ihre Werte handeln mussten
  • Miterleben von Leid und Tod, das nicht verarbeitet werden konnte
  • Burnout nach COVID-19-Pandemie oder chronischer Arbeitsüberlastung

Mehr Informationen: Psychotherapie für Ärzte

Für Führungskräfte und Manager:

  • Traumatische Kündigungserfahrungen oder berufliche Demütigungen
  • Mobbing oder toxische Arbeitsumfelder mit Langzeitfolgen
  • Burnout durch chronischen Leistungsdruck
  • Verlust der beruflichen Identität nach Krise

Mehr Informationen: Burnout-Therapie Wien | Führungskräfte-Coaching

Entwicklungstrauma & Bindungsmuster

Anders als bei Schocktrauma (ein plötzliches Ereignis) entsteht Entwicklungstrauma durch frühe, oft wiederholte Verletzungen:

  • Emotionale Vernachlässigung oder Unsicherheit in der Kindheit
  • Instabile Bindungsmuster, die bis heute Beziehungen prägen
  • Frühe Verlust- oder Trennungserfahrungen
  • Gefühl, nie „gut genug“ zu sein trotz äußerem Erfolg

Wichtig: Entwicklungstrauma braucht oft längere Stabilisierung vor EMDR-Verarbeitung. Hier ist die logotherapeutische Begleitung besonders wichtig.

Akute traumatische Ereignisse & PTBS

  • Nach Unfällen, Gewalterfahrungen oder Überfällen
  • Nach belastenden medizinischen Eingriffen
  • Nach plötzlichem Verlust nahestehender Personen
  • Wenn Flashbacks, Albträume oder Vermeidungsverhalten den Alltag bestimmen

Mehr zu PTBS: PTBS verstehen

Angst & Panik mit traumatischem Hintergrund

  • Panikattacken, die auf unverarbeitete Erlebnisse zurückgehen
  • Ängste, die sich „zu groß“ anfühlen oder immer wiederkehren
  • Phobien nach spezifischen Ereignissen
  • Anhaltende innere Anspannung und Übererregung

Mehr Informationen: Angststörungen | Panikattacken

EMDR + Logotherapie: Die Verbindung

In meiner Praxis verbinde ich EMDR mit Logotherapie nach Viktor Frankl. Diese Kombination ist in Wien selten und besonders wirksam für Menschen, die nicht nur Symptomfreiheit suchen, sondern ihr Leben wieder gestalten wollen.

Was bedeutet das konkret?

EMDR verarbeitet die Belastung neurophysiologisch:
Bilder, Gefühle und Körperreaktionen verlieren ihre überwältigende Kraft. Trigger werden schwächer, das Erlebte wirkt „weiter weg“.

Logotherapie hilft, dem Erlebten einen Platz im Leben zu geben:
Aus „Warum ich?“ wird „Wofür kann diese Erfahrung gut sein?“. Ziel ist nicht Verdrängung, sondern Integration mit Sinn.

Beispiel aus der Praxis

Eine Ärztin, 38 Jahre, verarbeitet mit EMDR die Belastung der COVID-Intensivstation (Bilder von Leid, Ohnmacht, moralische Konflikte). Mit Logotherapie findet sie wieder Sinn in ihrer ärztlichen Tätigkeit – nicht durch Vergessen, sondern durch bewusste Neuausrichtung: „Was kann ich aus dieser Erfahrung für meine zukünftige Arbeit mitnehmen?“

Das Ziel: Nicht nur Symptomfreiheit, sondern Wiedergewinnung von Gestaltungskraft, Lebenssinn und innerer Freiheit.

Mehr zu meinem Ansatz: Logotherapie nach Viktor Frankl | Über mich

Wie wirkt EMDR?

1) Sicherer Rahmen

EMDR ist keine Konfrontation um jeden Preis. Ich arbeite mit Struktur, Stabilisierung und in Ihrem Tempo. Sie behalten jederzeit die Kontrolle.

2) Bilaterale Stimulation

Während der Verarbeitung wird die Aufmerksamkeit rhythmisch gelenkt – durch Augenbewegungen oder abwechselnde taktile Reize. Das unterstützt die Neuverarbeitung im Gehirn.

3) Neuordnung statt Verdrängung

Bilder, Gefühle und Körperreaktionen können sich verändern. Trigger werden oft schwächer, das Erlebte wirkt „weiter weg“ und verliert seine lähmende Kraft.

4) Integration & Sinngebung

Ziel ist, dass Vergangenes wirklich Vergangenheit werden kann – und dass Sie wieder Gestaltungskraft über Ihr Leben gewinnen.

Wichtig: Nicht jedes Thema ist sofort EMDR-geeignet. Manchmal ist zuerst Stabilisierung nötig. Manches wird nicht „bearbeitet“, sondern zunächst gemeinsam getragen, bis genug Sicherheit da ist.

Wissenschaftliche Grundlage

EMDR ist von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und zahlreichen internationalen Fachgesellschaften als evidenzbasierte Methode anerkannt:

  • WHO: Empfehlung bei PTBS und Traumafolgestörungen
  • NICE Guidelines (UK): First-Line-Treatment für Trauma
  • Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT): S3-Leitlinie PTBS
  • American Psychological Association (APA): Höchste Evidenzstufe

Zahlreiche Studien zeigen Wirksamkeit bei PTBS, Angststörungen, Depression nach Trauma und komplexen Traumafolgen. Die neurobiologische Wirkweise wird zunehmend besser verstanden.

EMDR in meiner Praxis: Haltung vor Technik

Ich arbeite logotherapeutisch und existenzanalytisch. Das heißt: Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht die Methode. EMDR ist für mich ein ergänzendes Werkzeug, wenn es hilft, innere Blockaden zu lösen und wieder mehr Freiheit im Denken, Fühlen und Handeln zu ermöglichen.

In der Praxis klären wir gemeinsam:

  • Ob EMDR gerade passt oder ob zuerst Ressourcen aufgebaut werden sollten
  • Was nach der Verarbeitung wieder möglich werden soll
  • Wie wir Ihr Leben nicht nur entlasten, sondern wieder bewohnbar machen

Mehr zu meiner Haltung: Rehumanisierung der Psychotherapie | Arbeitsschwerpunkte

Was EMDR nicht ist

  • Keine Schnelllösung oder „Wundermethode“
  • Kein „Löschen“ von Erinnerungen
  • Kein Ersatz für therapeutische Beziehung und Vertrauen

Therapie bedeutet nicht, alles sofort zu bearbeiten. Manches braucht zuerst Zeit, Sicherheit und Sprache.

Wie läuft EMDR-Therapie in meiner Praxis ab?

Phase 1: Anamnese & Stabilisierung

Wir klären gemeinsam Ihre Belastungen, Ressourcen und Ziele. EMDR startet nicht automatisch sofort. Oft beginnen wir mit Stabilisierung, Ressourcenarbeit und dem Aufbau eines sicheren Rahmens.

Phase 2: Vorbereitung & Sicherheit

Sie lernen Techniken zur Selbstregulation (z.B. Safe Place, Innerer Tresor). Wir klären, welche Erinnerungen bearbeitet werden sollen und in welchem Tempo.

Phase 3: EMDR-Verarbeitung

In strukturierten Sitzungen verarbeiten wir belastende Erinnerungen durch bilaterale Stimulation. Sie bleiben dabei wach, ansprechbar und in Kontrolle. Wir stoppen jederzeit, wenn es zu viel wird.

Phase 4: Integration & Sinnfindung

Nach der Verarbeitung geht es darum, das Erlebte in Ihr Leben zu integrieren – nicht durch Vergessen, sondern durch bewusste Neuausrichtung mit logotherapeutischer Begleitung.

Häufige Fragen zu EMDR

Ist EMDR „Hypnose“ oder verliere ich die Kontrolle?

Nein. EMDR ist keine Hypnose. Sie sind wach, ansprechbar und behalten jederzeit die Kontrolle. Sie entscheiden, was bearbeitet wird und können jederzeit stoppen.

Ist EMDR belastend?

Verarbeitung kann emotional sein – das ist normal und Teil des Prozesses. Entscheidend ist der Rahmen: Stabilisierung, Tempo und klare Grenzen. Wir stoppen, wenn es zu viel wird. Sicherheit hat immer Vorrang.

Wie viele Sitzungen braucht EMDR?

Das ist individuell. Einzelne Schocktrauma-Ereignisse lassen sich manchmal in 3-8 Sitzungen bearbeiten. Entwicklungstrauma, komplexe PTBS oder berufliche Traumatisierung brauchen oft 15-30 Sitzungen oder mehr – mit Phasen der Stabilisierung zwischendurch.

Hilft EMDR auch bei Angst oder Panik?

Ja, wenn Angst oder Panik mit belastenden Erinnerungen oder unverarbeiteten Erfahrungen verbunden sind. Bei generalisierter Angst ohne klaren traumatischen Hintergrund sind andere Ansätze oft sinnvoller. Das klären wir gemeinsam im Erstgespräch.

Hilft EMDR bei Burnout?

Ja, besonders wenn Burnout durch traumatische Arbeitserfahrungen mitverursacht wurde (z.B. Mobbing, moralische Verletzung, chronische Überforderung). EMDR kann helfen, diese Erfahrungen zu verarbeiten. Die logotherapeutische Arbeit hilft dann, wieder Sinn in der Arbeit zu finden.

Was ist der Unterschied zwischen EMDR und klassischer Gesprächstherapie?

EMDR arbeitet gezielt mit der neurobiologischen Verarbeitung von Erinnerungen. Gesprächstherapie arbeitet eher kognitiv-reflexiv. Beide haben ihre Berechtigung – oft kombiniere ich beides. EMDR kann Prozesse beschleunigen, ersetzt aber nicht die therapeutische Beziehung und das Verstehen.

Wird EMDR von der Krankenkasse bezahlt?

EMDR ist Teil meiner psychotherapeutischen Arbeit. Ich arbeite primär mit Privatpatienten und stelle Ihnen eine Honorarnote zur Einreichung bei Ihrer privaten Zusatzversicherung aus.

Details zu Kosten: Psychotherapie-Kosten Wien

Was passiert in der ersten Sitzung?

Im Erstgespräch (50 Min., €160) klären wir Ihr Anliegen, Ihre Symptome und Ihre Ziele. Wir besprechen, ob EMDR für Sie geeignet ist und wie der Therapieverlauf aussehen könnte. EMDR startet nicht automatisch in der ersten Sitzung – oft beginnen wir mit Stabilisierung und Ressourcenaufbau.

Nächste Schritte

Wenn Sie unsicher sind, ob EMDR für Sie passt: Wir klären das gemeinsam, sorgfältig und ohne Druck im Erstgespräch.

Erstgespräch vereinbaren Ablauf & Honorar

Kontakt:
Email: praxis@psychotherapie-kiesinger.at
Telefon: 0664 25 88 888
Praxis: Wien 1070 & 1090 | Auch online möglich

Hinweis bei Krise: Bei akuter Krise oder Suizidgedanken wenden Sie sich bitte sofort an den Notruf (144), die Telefonseelsorge (142) oder eine psychiatrische Notfallstelle.

Weiterführende Informationen

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